Suchen Flächen

 

Beide Höfe (Obsthof Scherer und Klaus Fix) suchen Ackerflächen in der Rhein-Neckar-Region.

 

Falls du Flächen besitzt, Ideen hast, jemanden kennst, bitte melde dich hier: LINK

 

Motive zum Flächenverkauf an die SOLAWI:

  • Unterstützung des Funktionsprinzips Solawi
  • Fläche, die gemeinschaftlich verantwortet wird
  • biologische, naturnahe Behandlung

 

Motive zum Flächenerwerb aus Sicht einer SOLAWI:

...können vielfältig sein:

  • Manche Solawis besitzen eigene Flächen bzw. Pachtflächen und stellen Gärtner zu deren Bewirtschaftung ein. Somit sind sie unabhängig von der Kooperation mit einem landwirtschaftlichen Betrieb.
  • Manche Solawis erwerben Flächen bzw. Pachtflächen, um die Böden zu schützen, um sie aus der konventionellen Bewirtschaftung herauszunehmen.

Für unsere Solawi könnte es sinnvoll sein, zusätzliche Flächen zu erwerben, um …

  • … zu wachsen, die Anbaufläche zu vergrößern
  • … das Anbauspektrum mit neuen Flächen vergrößern zu können (z.B. bei Dauerkulturen, wie im Obstbau bei Scherers)
  • … die Bewirtschaftung mit neuen Flächen zu erleichtern, z.B. um bessere Flächenmaße für Maschineneinsatz zu erreichen, um flexibler für Fruchtwechsel sorgen zu können, um geeigneter bewässern zu können oder Folientunnel zu errichten, u.ä. (sowohl im Betrieb Fix als auch im Betrieb Scherer

 

Situation in Mannheim
Aus oben dargestellten Gründen herrscht auch unter den Mannheimer Landwirten große Konkurrenz um Flächen. Man beäugt sich misstrauisch, pachtet oder kauft Boden wo möglich (oft dem unliebsamen Kollegen weg!). Die statistisch erfassten Bodenpreise sind (ungeachtet der Qualität der Böden) hoch, zu vermuten ist, dass unter der Hand noch mehr gezahlt wurde. Aufgrund der Niedrigzinslage werden Agrarflächen auch für Anleger interessant, was die Situation verschärft. Vielfach gelangen landwirtschaftliche Flächen nicht auf den Angebotsmarkt (Immobilieninserate o.ä.), sondern werden unter der Hand weitergegeben.

Auf Mannheimer Gemarkung herrschen aufgrund der hier üblichen Realteilung (Vererbungsprinzip, bei dem Flächeneigentum unter den Nachkommen aufgeteilt wird) häufig sehr kleine Besitzparzellen vor. Durch mehrfache Teilung entstanden in Realteilungsgebieten sogenannte Handtuchparzellen, die oft nur wenige Meter breit und nur rund 20 Ar groß sind. (Der Scherersche Betrieb besteht z.B. aus sechs solcher Flurstücke). Zur Bearbeitung werden von den Landwirten viele dieser Eigentumsparzellen zu Schlägen zusammengefasst, das sind die Felder/Äcker, wie wir sie wahrnehmen. Um sinnvoll Schläge bilden zu können, tauschen Landwirte untereinander vom Flächenmaß vergleichbare Flurstücke.

Warum wendet man sich als Suchender von Ackerflächen nicht an Eigentümer von Flurstücken und macht ihnen ein Kaufangebot?

Einfach gesagt: Weil man sie in der Regel nicht kennt. Zwar sind dem Grundbuchamt die Eigentümer jedes Flurstücks bekannt, dort erfragen darf man aber nur Eigentümer solcher Flurstücke, die einem eigenen Flurstück (in Eigentum bzw. Pacht) unmittelbar angrenzen, also seinen direkten Nachbarn. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes bleiben Grundeigentümer also in der Regel anonym, außer für ihre Nachbarn.

Situation des Obstbetriebs Scherer:

Der Betrieb der Familie Scherer, der sehr klein an Fläche ist und im Nebenerwerb geführt wird, kann nicht auf eine landwirtschaftliche Tradition zurückblicken. Er wurde von Michels Großeltern, Familie Braun, 1951 gegründet, allerdings als gewerbliche „Eierfarm“, die nur die Fläche für Hühnerstallungen und -ausläufe benötigte. Bereits Ende der sechziger Jahre musste Fam. Braun in Folge eines Unfalls die Hühnerhaltung aufgeben und verpachtete einen Teil des Geländes in der Folge für Pferdehaltung. Seit 1995 führen Kerstin und Michael Scherer die Reitanlage und erweiterten sie um den Obstbau. 2004 schloss Michel die Berufsausbildung zum Landwirt ab und wandelte den bislang gewerblichen Betrieb durch Zupacht von Futterflächen in einen landwirtschaftlichen um. In der Folge führten Kerstin und Michel den Hof sieben Jahre ökozertifiziert und vermarkteten ihr Obst. Seit 2014 produzieren sie nur noch für die Solawi (doch kann der landwirtschaftliche Hobbybetrieb auf kleinster Fläche mit dem raschen Wachstum der Solawi, also mit der Zahl der Anteilnehmer, nicht mithalten).

Seit der Übernahme des großelterlichen Betriebs war es Fam. Scherer gelungen, drei benachbarte Flurstücke zu erwerben, wodurch die Hoffläche auf etwa 1,2 Ha vergrößert werden konnte. Ein weiterer Flächenzukauf in der Größe von ca. 0,38 Ha steht Familie Scherer ab November 2017 (nach Ablauf der Pacht) zur Verfügung. Dieses Flurstück wird aber durch ein dazwischenliegendes vom Hof getrennt, dessen Eigentümerin ihr Stück nicht verkaufen möchte (da sie aus landwirtschaftlicher Tradition sich nicht von Grund und Boden trennen möchte). Ein Tausch gegen ein anderes Flurstück wäre hier aber vielleicht eine Option, oder vielleicht der Tausch eines Pachtstücks mit ihrem Pächter. Da Familie Scherer aber nichts derartiges anbieten kann, ist sie dringend danach auf der Suche!!!

Zur generellen Situation landwirtschaftlicher Flächen : Im Zuge des Agrarstrukturwandels (hier dargestellt für W-Deutschland seit ca. 1950) investieren (konventionelle) landwirtschaftliche Betriebe in großem Maße für Intensivierung, Mechanisierung und Chemisierung ihrer Betriebe. Hiermit einher geht in der Regel eine Spezialisierung (z.B. hin zum Getreidebaubetrieb statt Gemischtbetrieb) sowie der implizierte Zwang zur Aufstockung, d.h. zur Vergrößerung der Betriebsflächen bzw. Tierbestände, denn nur dann rentieren sich diese großen Investitionen. Es entsteht damit ein großer Druck auf die Fläche. Betriebe, die diesem Druck nicht folgen möchten oder nicht wachsen können, geben auf, andere wachsen auf deren Kosten ("wachse oder weiche"). Die Situation wird zudem dadurch verschärft, dass sich im Zuge der Öffnung der Märkte Landwirte mit Produzenten in Ländern mit deutlich größeren Anbauflächen messen müssen, wie z.B. in O-Europa, Kanada oder den USA. Deutsche Landwirte stehen infolgedessen als Konkurrenten in großem Wettbewerb um landwirtschaftliche Flächen.