Was ist Solawi

Wie ist es heute angesichts des globalen Super-Marktes möglich, gesunde, frische Nahrungsmittel zu bekommen, ohne sie selbst anbauen zu müssen?

Wie können lange Transportwege vermieden werden, die zu unnötigen Treibhausgasemissionen führen?

Wie können ausbeuterische Lieferketten mit vielen Zwischenhändlern vermieden werden?

Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl, entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und den Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beides Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen.
Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen.

Wie kann eine bäuerliche, ökologische Landwirtschaft erhalten werden, die die Natur- und Kulturlandschaft pflegt? Eine Landwirtschaft, die Kindern und Erwachsenen Erfahrungsräume ermöglicht, in denen das Leben und die Lebensfreude mit dem verbunden sind, was lebensnotwendig ist?

Wie kann eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig die Existenz der Menschen, die dort arbeiten, sicherstellt?

Solidarische Landwirtschaft – Sich die Ernte teilen

Solidarische Landwirtschaft ist die Antwort auf diese Fragen und das Konzept der Zukunft.
Die Solawi ist eine weltweite Bewegung und auch unter den Begriffen Community Supported Agriculture (oder kurz: CSA), Freihof, Solidarhof, Landwirtschaftsgemeinschaftshof, AMAP (Frankreich) oder Teikei (Japan, wo das Konzept ursprünglich herkommt) bekannt.

Konkret handelt es sich dabei um einen Zusammenschluss von einem (selten mehreren) landwirtschaftlichen Betrieb oder Gärtnerei mit einer Gruppe privater Haushalte.
Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen (Bio-)Produktion verpflichtet sich diese Gruppe, regelmäßig im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem Geld seinen Möglichkeiten entsprechend wirtschaftet. Die Abnehmer*innen erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc., sofern der Hof diese herstellt.

Bei der Festsetzung der Beiträge wird üblicherweise die finanzielle Lage der Mitglieder mit in Betracht gezogen. Oft existieren “Richtwerte” als Entscheidungshilfe. Entscheidend ist, dass die Anbau- und Verarbeitungskosten vollständig gedeckt werden. Das beinhaltet neben dem Einkommen für die Landwirt*innen und Angestellte, möglicherweise auch eine Altersvorsorge, im Idealfall einen Überschuss für zukünftige Investitionen.
Die Verteilung der Ernteanteile erfolgt an zentralen Sammelstellen, wo die Mitglieder ihren Anteil abholen.

Grundlegend ist, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert.

Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte.

Quelle: solidarische-landwirtschaft.org